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21. Juli 2015

Welche Supervisorin/welcher Supervisor passt zum Team?

Bei der Suche nach einer geeigneten Supervisorin/einem geeigneten Supervisor stehen Teams vor verschiedenen Fragen:

Wer passt zu uns, wer nicht?

Braucht es eine gemeinsame, von allen getragene Entscheidung oder reicht es, eine mehrheitliche Entscheidung zu treffen? Wie wird unserer Unterschiedlichkeit beim Treffen einer gemeinsamen Entscheidung Rechnung getragen?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Verfahren für Teams, eine Supervisorin/einen Supervisor kennen zu lernen. Die gängigsten Verfahren hierfür sind:

  • das Kennlerngespräch

oder

  • die Probesupervision.

Im Kennlerngespräch ist der zeitliche Rahmen in der Regel enger gesteckt, was auch damit zu tun hat, dass es sich meist um eine – für das Team – kostenfreie Veranstaltung handelt. Ich handhabe es auch so und verbuche ein solches Gespräch für mich als Akquiseinvestition. Im Gespräch kann ein Austausch über Erwartungen an und Erfahrungen mit Supervision stattfinden. Ich erlebe solche Gespräche oft als informativ und gewinnbringend für alle Beteiligten, unabhängig davon, ob es zur Zusammenarbeit kommt oder nicht.

Eine Probesupervision bietet die Möglichkeit, die Supervisorin/den Supervisor bei der Arbeit zu beobachten. Der Vorteil für das Team liegt auf der Hand, es wird nicht nur über Supervision gesprochen, sondern Supervision wird mit der zur Auswahl stehenden Person erlebt. Meist überlegen sich Teams vorher, was in der Probesupervision Thema sein soll.

Aus meiner Erfahrung sollten Teams unabhängig von der Frage, welches Kennlernverfahren Sie wählen, auf folgende Punkte achten:

  • Stimmt die Chemie zwischen der Person und uns bzw. finden wir die Supervisorin/ den Supervisor sympathisch.
  • Brauchen wir eine  Supervisorin/einen Supervisor, die/der fachliche Kompetenzen in unserem Feld hat? Falls ja, können wir dies bei der zu Auswahl stehenden Person feststellen?
  • Trauen wir der Person zu, eventuell bestehende Konflikte in unserem Team fachlich und persönlich kompetent zu bearbeiten?
  • Über welche Interventionsmöglichkeiten verfügt die Supervisorin/der Supervisor? Gibt es Interventionen, auf die wir uns bzw. ein Teil von uns sich nicht einlassen möchten? Wie geht die Person damit um?
  • Grundsätzlich sollte sich ein Team auch überlegen, inwieweit die supervidierende  Person mit dem Team aufdeckend-konfrontativ arbeiten soll. Falls dies gewünscht ist, sollte dies thematisiert werden.

Hat sich Team grundsätzlich auf eine Person verständigt ist noch zu klären, mit wem (Geschäftsführung? Bereichsleitung? Gruppenleitung?) und für welchen Zeitraum der Kontrakt geschlossen wird. Wie und wann wird der Prozess ausgewertet? Kann der Vertrag vorzeitig beendet werden und falls ja, unter welchen Voraussetzungen?

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